Richard David Precht

Philosoph

Richard David Precht ist Philosoph, Schriftsteller und Publizist. Er studierte Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Köln und promovierte 1994 über Robert Musil. Zwischen 1992 und 1995 war Precht als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Köln tätig. Seitdem schreibt er für deutsche Zeitungen und Zeitschriften, u.a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Zeit und den Spiegel zu Fragen der Kultur, der Bildung, der Philosophie und der Ethik. Zwischen 2002 und 2004 war er Kolumnist der Zeitschrift Literaturen, von 2005 bis 2008 Moderator der Sendung „Tageszeichen“ beim Fernsehsender WDR.

Das bisher erfolgreichste von Prechts sechs Büchern ist das 2007 erschienene Sachbuch „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“. Das Buch verknüpft philosophische Themen mit den Bereichen der Hirnforschung, Psychologie und Verhaltensforschung und behandelt Fragen zu den Themen Glück, Freiheit, Liebe, Gott und zum Sinn des Lebens. Precht selber nennt das Buch „eine philosophische Reise“, mit der er drei von Immanuel Kant gestellte Fragen behandeln will: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Und was darf ich hoffen? Diese Fragen bilden auch die drei Teile des Buches. Im Prinzip, so Precht, habe er mit dem Buch das Werk geschrieben, das er sich „selbst als Philosophie-Student zum Einblick in die Materie gewünscht hätte“.

Zuletzt ist von Precht das Buch „Liebe. Ein unordentliches Gefühl“ erschienen: Ein Buch, so Precht selbst, „das sich an alle richtet, die Liebes-Ratgebern nicht trauen, aber trotzdem wissen wollen, was es mit der Liebe auf sich hat.“ In Interviews erklärt Precht, er sähe die Liebe als „Umleitung“: „Die Bindung der Kinder zu den Eltern wird ab der Pubertät auf einen anderen Menschen projiziert.“

Für seine journalistische Arbeit erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter den Publizistikpreis für Biomedizin im Jahr 2000. Sein autobiografisches Werk „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“, welches seine Kindheit in einer politisch links geprägten Familie in den 1970er Jahren thematisiert, wurde 2007 von WDR, SWR und der Filmstiftung NRW verfilmt.

Richard David Precht lebt mit seiner Familie in Köln und Luxemburg.

 

Publikationen

Richard David Precht: Liebe. Ein unordentliches Gefühl. Goldmann, München 2009

Richard David Precht: Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Eine philosophische Reise. Goldmann, München 2007

Richard David Precht: Lenin kam nur bis Lüdenscheid. Meine kleine deutsche Revolution. Claasen, Berlin 2005

Richard David Precht: Baader braun. In: Iris Radisch (Hg.): Die Besten 2004. Klagenfurter Texte. Die 28. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. Piper, München/Zürich 2004

Richard David Precht: Die Kosmonaten. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2003

Richard David Precht, Georg Jonathan Precht: Das Schiff im Noor. Goldmann, München 2001

Richard David Precht: Noahs Erbe. Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen. Rowohlt, Reinbeck 2000

Richard David Precht: Die gleitende Logik der Seele. Dissertation. Metzler-Poeschl, Stuttgart 1996