Medienpolitik oder Politik mit den Medien: Das Österreichische Missverständnis


Medienpolitik und Medienstandort Wien im Fokus der Österreichischen Medientage: 21. bis 23. September, Wiener Stadthalle

Um die „Zukunft des Medienstandorts Wien“ geht es gleich bei der Eröffnung der Österreichischen Medientage am 21. September in der Kongresshalle F der Wiener Stadthalle. Medien- und Programmvisionär Jan Mojto, Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Wirtschaftskammerpräsidentin KR Brigitte Jank werden ihre Visionen und Gefahrenmomente eines zentraleuropäischen Medienzentrums Wien skizzieren. Brisant wird es am selben Tag beim „Roten Sofa“-Talk zwischen Medienstaatssekretär Josef Ostermayer und TV-Guru und Pointenkreateur Helmut Thoma. Medienpolitik ist einer der Schwerpunkte der Österreichischen Medientage, heuer kompakt und konzentriert in der neuen Location in der Wiener Stadthalle.

Im Eröffnungstalk mit Häupl, Jank und Mojto geht es um die Frage, ob Wien angesichts international langjährig erfolgreicher Medienstädte wie München, Hamburg, Köln oder zuletzt auch Berlin überhaupt noch realistische Chancen hat, sich als weiteres internationales Zentrum zu etablieren. Wird Wien Provinz bleiben oder gibt es Chancen, im Creative Industries-, Contentgeneration- und Formatbereich mehr als nur lokale Bedeutung zu erlangen? Welche Investitionen müssen getätigt werden, welche Strategien fahren Stadt und Wiener Wirtschaft und wie hoch ist die Skepsis von gestandenen Profis wie Jan Mojto?


Medienpolitik – ein Fremdwort?
Österreichs Politiker neigen zu Vereinnahmung der Medien, insbesondere des ORF – Das neue Rundfunkgesetz und auch die neue Medienbehörde, die aktuell ausgeschrieben wird, sind meilenweit von einer Entpolitisierung des öffentlich rechtlichen Rundfunks entfernt. Wie legitim sind die direkten und indirekten Printmedienkooperationen, die es in dieser Massivität europaweit nirgendwo anders gibt? Hat Österreichs Politik überhaupt je Medienpolitik betrieben, Rahmen und Visionen formuliert, oder war es eher eine Politik mit den Medien oder vorauseilendes Appeasement mit den Medien? Helmut Thoma und Josef Ostermayer werden sich ein Streitgespräch liefern, das auch Unterhaltungswert verspricht, Fernsehen im besten Sinn des Wortes.

In weiteren Panels geht es um die Förderung von privaten Rundfunkveranstaltern, „Öffentliches Geld für privaten Mist?“, ein weiteres medienpolitisches Thema ist der Schwerpunkt „Medien und Migration“.

„Medien und Gesellschaft, das heißt auch, die Rolle der Medien als vierte Gewalt und ihre Verantwortung gegenüber der Politik und der Zivilgesellschaft sind wesentliche Querschnittsthemen der Medientage 2010“, resümiert Initiator und Veranstalter Hans-Jörgen Manstein. „Wir haben deshalb auch den strukturellen Relaunch gemacht, die fachliche und zukunftsorientierte Ausrichtung gestärkt, auf die Medienmesse verzichtet und die Abläufe verändert. Mehr denn je sind wir Diskursplattform zwischen Medien, Marketing, Wirtschaft und Politik, unter Integration von Querdenkern und Philosophen wie Miriam Meckel, Richard David Precht, Frank Schirrmacher oder Jeff Jarvis.“

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